Hessische Fördereinrichtung
für junge Zugewanderte

aus der Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz (14.08.2024):

Land investiert in Maßnahmen für jugendliche Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler

Das Land hat die drei von der „Hessischen Fördereinrichtung für junge Zugewanderte“ in Hasselroth genutzten Gebäude für 400.000 Euro von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erworben. Der Ankauf wurde möglich, nachdem der Bund als Eigentümer der Gebäude Anfang des Jahres 2022 angekündigt hatte, die Liegenschaften verkaufen zu wollen.

Hintergrund

Das Angebot für Integrationsmaßnahmen für Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler ergibt sich aus § 7 Abs. 1 Bundesvertriebenengesetz (BVFG). Hiernach ist Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern die Eingliederung in das berufliche, kulturelle und soziale Leben in der Bundesrepublik Deutschland zu erleichtern und sind die durch die Spätaussiedlung bedingte Nachteile abzumildern. Dieser Verpflichtung kommt das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz, welches seit 1. Juli 2019 für Integrationsmaßnahmen für Deutsche aus Russland zuständig ist, zentral am Standort Hasselroth nach (z. B. durch berufsbezogene Sprachkurse, Arbeits- und Wohnungsvermittlung etc.).

Ebenso gibt es in Hessen spezielle Institutionen und Gremien: Neben dem Landesvertriebenenbeirat, dem Unterausschuss des Landtages für Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung (UHW) stellt vor allen Dingen die Berufung eines Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler das wohl sichtbarste Bekenntnis dar, den Anliegen und Belangen der genannten Personengruppe Geltung zu verschaffen. Seit Mitte März 2024 ist Andreas Hofmeister, Mitglied des Hessischen Landtags, neuer Beauftragter für Heimatvertriebene und Spätaussiedler. Zuvor bekleidete Margarete Ziegler-Raschdorf das Amt, die sich ebenfalls für die Weiterentwicklung der Fördereinrichtung Hasselroth einsetzte.

Ab dem 1. Januar 1993 zugezogen

„Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler“ sind nach der gesetzlichen Definition des Bundesvertriebenengesetzes deutsche „Volkszugehörige“, die die Republiken der ehemaligen Sowjetunion nach dem 31. Dezember 1992 im Wege des Aufnahmeverfahrens verlassen und sich innerhalb von sechs Monaten in Deutschland niedergelassen haben. Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler werden Menschen nur dann genannt, wenn sie ab dem 1. Januar 1993 in die Bundesrepublik Deutschland zugezogen sind. Wer vor dem 1. Januar 1993 in die Bundesrepublik gekommen und als Aussiedlerin und Aussiedler anerkannt worden ist, behält den Aussiedler-Status. Die Anerkennung als Aussiedler oder Spätaussiedler erfolgt nach dem Bundesvertriebenengesetz.

Bis zum 31. Dezember 1992 wurden im amtlichen Sprachgebrauch solche Menschen Aussiedlerinnen und Aussiedler genannt, die als deutsche Staatsangehörige in den ehemals deutschen Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie geboren wurden und zunächst nach 1945 dort verblieben sind. Auch deren Kinder und Ehepartner anderer Volkszugehörigkeit werden bei gemeinsamer Flucht als Aussiedlerinnen und Aussiedler kategorisiert. Ebenfalls als Aussiedlerinnen und Aussiedler gelten Menschen, die als deutsche Volkszugehörige aus den (ehemaligen) Republiken der Sowjetunion im Rahmen eines Aufnahmeverfahrens in das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland oder der Deutschen Demokratischen Republik übergesiedelt sind, sowie deren Angehörigen, die ebenfalls flüchteten.

aus der Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Darmstadt (2108.2024):

Neues Beratungsangebot für „Hessische Fördereinrichtung für junge Zugewanderte“ in Hasselroth

Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt betreibt in Hasselroth im Main-Kinzig-Kreis die „Hessische Fördereinrichtung für junge Zugewanderte“, in der Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler durch Weiterqualifizierung die allgemeine Hochschulreife erwerben können.

Kennenlerntreffen in Hasselroth

Im Rahmen eines Austauschs am 28. April 2026 am Standort Hasselroth trafen sich die Geschäftsführerin der Interessengemeinschaft der Deutschen aus Russland in Hessen gGmbH, Albina Nazarenus-Vetter, sowie der Bildungsreferent Ilya Fedorov mit Vertretern der Einrichtung und der kooperierenden Schule. An dem Gespräch nahmen neben dem Abteilungsleiter der HGS Hanau, Herrn Schlögel, auch die neue Einrichtungsleiterin Frau Willführ sowie ein weiterer Lehrkraftvertreter teil. Ziel des Treffens war ein gegenseitiges Kennenlernen sowie ein fachlicher Austausch über mögliche Formen der Zusammenarbeit.

Zunächst erhielten wir die Gelegenheit, die Arbeit der IDRH vorzustellen sowie ein Nutzungskonzept, das eine ergänzende Einbindung der Räumlichkeiten in unsere Bildungs-, Jugend- und Kulturarbeit vorsieht. Dabei wurden sowohl kurzfristige als auch perspektivische Nutzungsmöglichkeiten thematisiert und erste Ansätze für eine Zusammenarbeit erörtert.

Im weiteren Verlauf fand ein Austausch mit den am Standort lebenden Jugendlichen statt. Hierbei wurden insbesondere die Angebote der IDRH im Bereich der politischen Bildung, der Jugend- und Multiplikatorenarbeit sowie geplante Seminar- und Freizeitformate vorgestellt. Ziel war es, Interesse an den bestehenden und geplanten Maßnahmen zu wecken und zugleich Bedarfe und Wünsche der Jugendlichen hinsichtlich möglicher Aktivitäten zu erfassen. In diesem Zusammenhang wurden erste Kontakte geknüpft und eine unmittelbare Anbindung an bestehende Kommunikations- und Gruppenstrukturen hergestellt.

Ergänzend wurde vereinbart, den Informationsfluss künftig zu verstetigen. Geplante Maßnahmen und Bildungsangebote sollen regelmäßig an die Einrichtungsleitung übermittelt und vor Ort sichtbar gemacht werden, um die Teilnahme der Jugendlichen zu erleichtern.

Das Gespräch verlief in einer konstruktiven Atmosphäre und wurde von allen Beteiligten als positiver Impuls für eine mögliche Zusammenarbeit bewertet. Die IDRH beabsichtigt, die begonnenen Ansätze in enger Abstimmung mit den Partnern weiterzuführen und schrittweise zu konkretisieren.

Wir bedanken uns herzlich für den offenen Dialog und freuen uns bereits jetzt auf kommende Kooperationen!

Weitere Begegnung in Hasselroth

Am 23. September 2026 waren wir erneut in der Hessischen Fördereinrichtung für junge Zugewanderte in Hasselroth zu Gast. Geschäftsführerin Albina Nazarenus-Vetter und die Verantwortlichen aller IDRH-Referate gaben Einblicke in unsere Arbeit und Angebote. Bei diesem Besuch hatten wir die Gelegenheit, mit den Jugendlichen des neuen Jahrgangs ins Gespräch zu kommen, ihre Interessen kennenzulernen und Anknüpfungspunkte für gemeinsame Aktivitäten zu finden.

An dem Treffen nahmen ebenfalls Dr. Wilhelm Kanther, Leiter der Rechtsabteilung des Hessischen Ministeriums des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz, und Kathleen Cahill, Leiterin des dortigen Referats „Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Lastenausgleichsrecht“, teil. Mit dabei waren Benjamin Schlögel von der Ludwig-Geißler-Schule Hanau sowie Dr. Olga Martens, Vorsitzende der Sprach- und Partnerschaftsinitiative e. V. (SPI) mit Mitgliedern ihres Vereins.

Wir danken allen für den offenen Austausch!