Hessische Fördereinrichtung
für junge Zugewanderte
Hessische Fördereinrichtung
für junge Zugewanderte
aus der Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz (14.08.2024):
Land investiert in Maßnahmen für jugendliche Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler
Das Land hat die drei von der „Hessischen Fördereinrichtung für junge Zugewanderte“ in Hasselroth genutzten Gebäude für 400.000 Euro von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erworben. Der Ankauf wurde möglich, nachdem der Bund als Eigentümer der Gebäude Anfang des Jahres 2022 angekündigt hatte, die Liegenschaften verkaufen zu wollen.
Wiesbaden/Hasselroth. Innenminister Roman Poseck erklärte anlässlich des Ankaufs: „Ich freue mich sehr, dass die Hessische Landesregierung die drei von der „Hessischen Fördereinrichtung für junge Zugewanderte“ in Hasselroth genutzten Gebäude vom Bund erworben hat. Die Hessische Landesregierung stellt mit dieser Investition sicher, dass die wichtige und erfolgreiche Arbeit der Fördereinrichtung fortgesetzt werden kann. Die Fördereinrichtung ermöglicht Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion, sogenannten Spätaussiedlern, einen erleichterten Zugang zur Allgemeinen Hochschulreife. Der Standort bietet jungen Erwachsenen mit Aussiedlerstatus, jüdischen Emigranten und Ausländern eine deutschlandweit einzigartige Mischung aus Unterbringung und sozialpädagogischer Betreuung in Verbindung mit schulischen Bildungsmöglichkeiten an. Das Land Hessen unterstützt seit über 30 Jahren die Bildung junger Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler. An diesem Erfolgsprojekt wollen wir auch in Zukunft festhalten. Abschließend möchte ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „Hessischen Fördereinrichtung für junge Zugewanderte“ und den kooperierenden Schulen für ihre Arbeit danken.“
Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz erklärt: „Mit dem Kauf der Gebäude ist jetzt sichergestellt, dass die langjährige, gute Integrationsarbeit fortgesetzt werden kann. Möglich wurde der Ankauf durch die konstruktiven Kaufvertragsverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die dem Land Hessen aufgrund der schulischen Nutzung der Liegenschaft eine Vergünstigung des Kaufpreises gewährte. Der Landesbetrieb Bau und Immobilien plant aktuell kleinere Sanierungen, damit die Schülerinnen und Schüler weiter gute Lernbedingungen vorfinden.“
Zukunftsweisende Entscheidung der Landesregierung
Die Hessische Fördereinrichtung für junge Zugewanderte, die vor den Toren des Hasselrother Ortsteils Neuenhasslau liegt, besteht seit 1992. Etwa 50 Schülerinnen und Schüler können hier in zwei Jahren ihre allgemeine Hochschulreife erwerben. Der Großteil der Schülerinnen und Schüler ist vor Ort wie in einem Internat untergebracht.
Im Rahmen des seit 1992 bestehenden zweijährigen Sonderlehrgangs „Hochschulreife“ können in Kooperation mit der Ludwig-Geißler-Schule in Hanau bis zu rund 50 Schülerinnen und Schüler mit ausländischer Hochschulzugangsberechtigung durch Weiterqualifizierung die allgemeine Hochschulreife erwerben. In Hessen befindet sich der bundesweit einzig verbliebene Standort, an dem es solch ein Angebot gibt.
In der Einrichtung besteht für die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit der Unterbringung und Verpflegung. Darüber hinaus wird eine sozialpädagogische Betreuung gewährleistet.
Andreas Hofmeister, der Beauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, machte deutlich: „Ich bin dankbar für die zukunftsweisende Entscheidung der Landesregierung, die ehemaligen Bundesgebäude in Hasselroth anzukaufen und damit einen grundlegenden Schritt zur Modernisierung sowie Aufwertung dieses besonderen Ortes zu gehen. Wenngleich noch eine Wegstrecke vor uns liegt, sind die Weichen gestellt, um Hasselroth zu einer umfassenden Unterbringungseinrichtung, insbesondere für jugendliche Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, aber auch für junge Familien mit diesem Hintergrund auszubauen. Gerne knüpfe ich hier an die Arbeit meiner Amtsvorgängerin an, die sich bereits intensiv für das bundesweit einzigartige Konzept am Standort Hasselroth eingesetzt hat.“
Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz erklärt: „Mit dem Kauf der Gebäude ist jetzt sichergestellt, dass die langjährige, gute Integrationsarbeit fortgesetzt werden kann. Möglich wurde der Ankauf durch die konstruktiven Kaufvertragsverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die dem Land Hessen aufgrund der schulischen Nutzung der Liegenschaft eine Vergünstigung des Kaufpreises gewährte. Der Landesbetrieb Bau und Immobilien plant aktuell kleinere Sanierungen, damit die Schülerinnen und Schüler weiter gute Lernbedingungen vorfinden.“
Hintergrund
Das Angebot für Integrationsmaßnahmen für Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler ergibt sich aus § 7 Abs. 1 Bundesvertriebenengesetz (BVFG). Hiernach ist Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern die Eingliederung in das berufliche, kulturelle und soziale Leben in der Bundesrepublik Deutschland zu erleichtern und sind die durch die Spätaussiedlung bedingte Nachteile abzumildern. Dieser Verpflichtung kommt das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz, welches seit 1. Juli 2019 für Integrationsmaßnahmen für Deutsche aus Russland zuständig ist, zentral am Standort Hasselroth nach (z. B. durch berufsbezogene Sprachkurse, Arbeits- und Wohnungsvermittlung etc.).
Ebenso gibt es in Hessen spezielle Institutionen und Gremien: Neben dem Landesvertriebenenbeirat, dem Unterausschuss des Landtages für Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung (UHW) stellt vor allen Dingen die Berufung eines Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler das wohl sichtbarste Bekenntnis dar, den Anliegen und Belangen der genannten Personengruppe Geltung zu verschaffen. Seit Mitte März 2024 ist Andreas Hofmeister, Mitglied des Hessischen Landtags, neuer Beauftragter für Heimatvertriebene und Spätaussiedler. Zuvor bekleidete Margarete Ziegler-Raschdorf das Amt, die sich ebenfalls für die Weiterentwicklung der Fördereinrichtung Hasselroth einsetzte.
Ab dem 1. Januar 1993 zugezogen
„Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler“ sind nach der gesetzlichen Definition des Bundesvertriebenengesetzes deutsche „Volkszugehörige“, die die Republiken der ehemaligen Sowjetunion nach dem 31. Dezember 1992 im Wege des Aufnahmeverfahrens verlassen und sich innerhalb von sechs Monaten in Deutschland niedergelassen haben. Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler werden Menschen nur dann genannt, wenn sie ab dem 1. Januar 1993 in die Bundesrepublik Deutschland zugezogen sind. Wer vor dem 1. Januar 1993 in die Bundesrepublik gekommen und als Aussiedlerin und Aussiedler anerkannt worden ist, behält den Aussiedler-Status. Die Anerkennung als Aussiedler oder Spätaussiedler erfolgt nach dem Bundesvertriebenengesetz.
Bis zum 31. Dezember 1992 wurden im amtlichen Sprachgebrauch solche Menschen Aussiedlerinnen und Aussiedler genannt, die als deutsche Staatsangehörige in den ehemals deutschen Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie geboren wurden und zunächst nach 1945 dort verblieben sind. Auch deren Kinder und Ehepartner anderer Volkszugehörigkeit werden bei gemeinsamer Flucht als Aussiedlerinnen und Aussiedler kategorisiert. Ebenfalls als Aussiedlerinnen und Aussiedler gelten Menschen, die als deutsche Volkszugehörige aus den (ehemaligen) Republiken der Sowjetunion im Rahmen eines Aufnahmeverfahrens in das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland oder der Deutschen Demokratischen Republik übergesiedelt sind, sowie deren Angehörigen, die ebenfalls flüchteten.
aus der Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Darmstadt (2108.2024):
Neues Beratungsangebot für „Hessische Fördereinrichtung für junge Zugewanderte“ in Hasselroth
Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt betreibt in Hasselroth im Main-Kinzig-Kreis die „Hessische Fördereinrichtung für junge Zugewanderte“, in der Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler durch Weiterqualifizierung die allgemeine Hochschulreife erwerben können.
Wiesbaden/Hasselroth. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt betreibt in Hasselroth im Main-Kinzig-Kreis die „Hessische Fördereinrichtung für junge Zugewanderte“, in der Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler durch Weiterqualifizierung die allgemeine Hochschulreife erwerben können. Um das Angebot deutschlandweit noch bekannter zu machen, werden sie im Grenzdurchgangslager Friedland jetzt gezielt darüber informiert. Dieses ist für alle Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, die nach Deutschland kommen, die allererste Anlaufstation. Im Beisein des Hessischen Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Andreas Hofmeister (MdL), übergab Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt heute in Hasselroth einen entsprechenden Förderbescheid an die hessische Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LMDR).
Die LMDR Hessen e. V. wirbt schon seit Anfang August im Grenzdurchgangslager Friedland – im Drei-Länder-Eck Niedersachsens mit Hessen und Thüringen – im Auftrag des Landes Hessen für das Angebot im Main-Kinzig-Kreis. Eine Bildungsberaterin informiert in Friedland neu ankommende junge Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler und deren Familien gezielt über den zweijährigen Sonderlehrgang Hochschulreife im hessischen Hasselroth. Als einziges Angebot dieser Art in Deutschland führt er Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler zum Abitur; die Erfolgsquote liegt bei 90 Prozent. In diesem Jahr haben sogar alle Schülerinnen und Schüler, die von der Fördereinrichtung betreut wurden, ihre Abiturprüfung bestanden.
Das Besondere an der hessischen Fördereinrichtung ist, dass die Schülerinnen und Schüler dort wohnen und sozialpädagogisch betreut werden. Dadurch wird ein Lernumfeld geschaffen, das es ihnen ermöglicht, sich optimal auf ihre Abiturprüfung vorzubereiten. Die eigentliche Schulbildung findet an der Ludwig-Geißler-Schule im nahegelegenen Hanau statt. In dem zweijährigen Sonderlehrgang zur Erlangung der Hochschulreife werden die Schülerinnen und Schüler in Hasselroth und Hanau somit gezielt auf das Abitur vorbereitet.
Seit Anfang August führt die LMDR Hessen e. V. das Projekt zur Beratung über den Sonderlehrgang in Hessen zur Erlangung der Hochschulreife durch. Die Förderung durch das Land Hessen erfolgt dabei zunächst bis zum Jahresende. Die LMDR Hessen e. V. erhebt in der Zeit auch Daten zur Wirksamkeit ihrer Beratung.
„Unsere Einrichtung hat sich in all den Jahren bewährt“, freut sich Regierungspräsident Hilligardt. Kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gestartet, könne der Lehrgang als hessisches Erfolgsprojekt im Bereich Bildung und Integration bezeichnet werden – insbesondere für junge Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler.
„In Hasselroth bieten wir den jungen Erwachsenen eine deutschlandweit einzigartige Mischung aus Unterbringung und sozialpädagogischer Betreuung in Verbindung mit schulischen Bildungsmöglichkeiten an.“ – Prof. Hilligardt Regierungspräsident
Andreas Hofmeister, Beauftragter der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, betont: „Die bundesweit einzigartige Fördereinrichtung für junge Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler bietet seit vielen Jahren ein zukunftsweisendes Bildungsangebot für den beruflichen Weg in Deutschland. Mit dem Ankauf der ehemaligen Bundesgebäude bekennt sich das Land Hessen zu diesem besonderen Integrationsstandort und zeigt, dass es auch in Zukunft die Voraussetzungen für eine gelungene Integration und ein solides schulisches Fundament schaffen möchte.“
Hintergrund: „Fördereinrichtung für junge Zugewanderte“ in Hasselroth
Die Fördereinrichtung in Hasselroth umfasst insgesamt sechs Gebäude. Drei ehemalige Bundesgebäude wurden kürzlich durch das Land Hessen angekauft, sodass der gesamte Komplex nun im Eigentum des Landes Hessen ist. Die Einrichtung dient der schulischen Fortbildung und Integration, insbesondere von jungen Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern. Im kommenden Schuljahr werden insgesamt 25 Schüler die Abschluss-Klasse des Sonderlehrganges besuchen, wovon fast alle in der Fördereinrichtung wohnen werden. Eine zahlenmäßig ähnlich starke 12. Klasse steht in den Startlöchern.
Kennenlerntreffen in Hasselroth
Im Rahmen eines Austauschs am 28. April 2026 am Standort Hasselroth trafen sich die Geschäftsführerin der Interessengemeinschaft der Deutschen aus Russland in Hessen gGmbH, Albina Nazarenus-Vetter, sowie der Bildungsreferent Ilya Fedorov mit Vertretern der Einrichtung und der kooperierenden Schule. An dem Gespräch nahmen neben dem Abteilungsleiter der HGS Hanau, Herrn Schlögel, auch die neue Einrichtungsleiterin Frau Willführ sowie ein weiterer Lehrkraftvertreter teil. Ziel des Treffens war ein gegenseitiges Kennenlernen sowie ein fachlicher Austausch über mögliche Formen der Zusammenarbeit.
Zunächst erhielten wir die Gelegenheit, die Arbeit der IDRH vorzustellen sowie ein Nutzungskonzept, das eine ergänzende Einbindung der Räumlichkeiten in unsere Bildungs-, Jugend- und Kulturarbeit vorsieht. Dabei wurden sowohl kurzfristige als auch perspektivische Nutzungsmöglichkeiten thematisiert und erste Ansätze für eine Zusammenarbeit erörtert.
Im weiteren Verlauf fand ein Austausch mit den am Standort lebenden Jugendlichen statt. Hierbei wurden insbesondere die Angebote der IDRH im Bereich der politischen Bildung, der Jugend- und Multiplikatorenarbeit sowie geplante Seminar- und Freizeitformate vorgestellt. Ziel war es, Interesse an den bestehenden und geplanten Maßnahmen zu wecken und zugleich Bedarfe und Wünsche der Jugendlichen hinsichtlich möglicher Aktivitäten zu erfassen. In diesem Zusammenhang wurden erste Kontakte geknüpft und eine unmittelbare Anbindung an bestehende Kommunikations- und Gruppenstrukturen hergestellt.
Ergänzend wurde vereinbart, den Informationsfluss künftig zu verstetigen. Geplante Maßnahmen und Bildungsangebote sollen regelmäßig an die Einrichtungsleitung übermittelt und vor Ort sichtbar gemacht werden, um die Teilnahme der Jugendlichen zu erleichtern.
Das Gespräch verlief in einer konstruktiven Atmosphäre und wurde von allen Beteiligten als positiver Impuls für eine mögliche Zusammenarbeit bewertet. Die IDRH beabsichtigt, die begonnenen Ansätze in enger Abstimmung mit den Partnern weiterzuführen und schrittweise zu konkretisieren.
Wir bedanken uns herzlich für den offenen Dialog und freuen uns bereits jetzt auf kommende Kooperationen!
Weitere Begegnung in Hasselroth
Am 23. September 2026 waren wir erneut in der Hessischen Fördereinrichtung für junge Zugewanderte in Hasselroth zu Gast. Geschäftsführerin Albina Nazarenus-Vetter und die Verantwortlichen aller IDRH-Referate gaben Einblicke in unsere Arbeit und Angebote. Bei diesem Besuch hatten wir die Gelegenheit, mit den Jugendlichen des neuen Jahrgangs ins Gespräch zu kommen, ihre Interessen kennenzulernen und Anknüpfungspunkte für gemeinsame Aktivitäten zu finden.
An dem Treffen nahmen ebenfalls Dr. Wilhelm Kanther, Leiter der Rechtsabteilung des Hessischen Ministeriums des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz, und Kathleen Cahill, Leiterin des dortigen Referats „Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Lastenausgleichsrecht“, teil. Mit dabei waren Benjamin Schlögel von der Ludwig-Geißler-Schule Hanau sowie Dr. Olga Martens, Vorsitzende der Sprach- und Partnerschaftsinitiative e. V. (SPI) mit Mitgliedern ihres Vereins.
Wir danken allen für den offenen Austausch!


















