Wer ist die
IDRH gGMbH
IDRH gGMbH
Interessengemeinschaft der Deutschen
aus Russland in Hessen
Die Interessengemeinschaft der Deutschen aus Russland in Hessen (IDRH gGmbH) ist eine gemeinnützige Gesellschaft unter der Führung der LMDR-Hessen e.V. und der DJR – Hessen e.V. Beide Vereine sind die Gründer der gGmbH, welche als Träger der institutionellen Förderung agieren ➝Erfahren Sie hier mehr über die Gründer. Gefördert wird die IDRH durch das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschatz.
Mit einem vielfältigen Veranstaltungsangebot und zahlreichen außerschulischen Bildungsmaßnahmen unterstützt die IDRH die Eigeninitiative von Russlanddeutschen bei ihrer nachholenden Integration. Neben der Identitätssuche und -stärkung fördern wir die Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben und die Entwicklung von Medienkompetenzen. Solche Maßnahmen können beispielsweise Bildungsreisen sein, Multiplikatorenschulungen, Medienlabore oder kreative Workshops.
Im Sinne des interkulturellen Dialogs stehen unsere Maßnahmen ebenfalls allen anderen Interessierten aus der Aufnahmegesellschaft und darüber hinaus offen.
BESTANDSAUFNAHME
Die Deutschen aus Russland gehören zahlenmäßig zu der größten Zuwanderungsgruppe in Deutschland. Zurzeit leben in Deutschland über 3,5 Mio. deutsche Bürger mit einem sog. russlanddeutschen kulturellen Hintergrund. Davon sind 1,75 Mio. (44 %) zwischen 6 und 27 Jahre alt. In Hessen beträgt die Zahl der Deutschen aus Russland ca. 180.000, davon sind ca. 80.000 Kinder und Jugendliche. Die meisten von ihnen sind inzwischen in Schule, Ausbildung, Arbeit, Vereinen, Wohnumfeld gut integriert.
Die politischen Entwicklungen im Umfeld der Russlanddeutschen, insbesondere der Fall „Lisa aus Berlin“ sowie die Beteiligung einzelner Gruppen an Kundgebungen und Demonstrationen mit fremdenfeindlichen Tendenzen und Sympathien für rechtsnationale politische Strömungen und Parteien wie die AfD, machten deutlich, dass innerhalb dieser Gruppe ein hoher Grad an Unzufriedenheit besteht. Zugleich zeigen sich erhebliche Defizite in der politischen Orientierung und im Verständnis demokratischer Prozesse und Werte.
Die Empfänglichkeit für rechtspopulistische und andere ideologische Einflüsse, die häufig über russischsprachige Propagandamedien verbreitet werden, ist dabei vergleichsweise hoch. In diesem Zusammenhang wird sichtbar, dass es unter den Deutschen aus Russland eine Gruppe von Menschen gibt, deren Auftreten von fremdenfeindlichen Einstellungen geprägt ist. Gleichzeitig schwindet bei einem Teil der Betroffenen das Vertrauen in den Rechtsstaat und in die demokratische Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland.
AUFGABEN & ZIELE
Ziel der nachholenden Integration für Deutsche aus Russland ist es, Integrationsprozesse von Menschen, die bereits seit längerer Zeit in Deutschland leben, kontinuierlich zu begleiten und bestehende strukturelle, soziale und politische Defizite abzubauen. Dabei steht im Mittelpunkt, die individuellen Fähigkeiten und Potenziale der Deutschen aus Russland durch aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zur Entfaltung zu bringen. Vielfältige Veranstaltungs- und Bildungsangebote schaffen Räume, in denen insbesondere Kinder und Jugendliche ihre Identität entwickeln, Selbstbewusstsein stärken und ihre kulturelle Vielfalt sichtbar machen können.
Gesellschaftliche und politische Teilhabe wird dabei als zentrale Voraussetzung verstanden, um persönliche Kompetenzen auszubauen, eigene Lebensziele zu verfolgen und sich als selbstbestimmte, verantwortungsbewusste und gemeinwohlorientierte Mitglieder der Gesellschaft einzubringen.
Aus dem Bedarf der nachholenden Integration leiten sich konkrete Zielsetzungen ab, die auf eine Verbesserung der wechselseitigen Akzeptanz zwischen Deutschen aus Russland und der einheimischen Bevölkerung ebenso abzielen wie auf eine gleichberechtigte gesellschaftliche und politische Teilhabe. Dazu gehört die Stärkung der Partizipation im kommunalen Gemeinwesen, die gezielte Förderung von Identität und Kompetenzen insbesondere bei jungen Deutschen aus Russland sowie der Ausbau und die Vertiefung von Beratungsangeboten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Chancengerechtigkeit in Schule, Beruf und Gesellschaft, vor allem für Kinder und Jugendliche, sowie auf der Intensivierung der Medien und Öffentlichkeitsarbeit auf Grundlage eines verantwortungsvollen Umgangs mit Medien, einschließlich der Sensibilisierung für Falschinformationen und gezielte Propaganda.
Ergänzend dazu werden gesellschaftlich politische Bildungsangebote ausgebaut, die Identifikation mit dem demokratischen Werte und Normensystem der Aufnahmegesellschaft gestärkt und präventive Ansätze in den Bereichen Kriminalität, Gewalt und Sucht verfolgt. Eine verstärkte Einbeziehung ehrenamtlicher Multiplikatoren der Deutschen aus Russland sowie die Förderung von Eigeninitiative und lokalen Strukturen sind ebenso Bestandteil der Arbeit wie die Kooperation mit etablierten Trägern der Bildungs, Kultur, Jugend und Integrationsarbeit und die Förderung des interkulturellen Dialogs.
Die Umsetzung dieser Ziele erfolgt durch hauptamtliche Bildungsreferenten in den Bereichen Soziales, Familien und Senioren – Beratung, Begleitung und Integration – Jugend, Bildung und Kultur sowie Medien-, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die hessenweit tätig sind und als Ansprechpartner für alle Gliederungen der LmDR und der DJR fungieren. Unterstützt werden sie durch qualifizierte ehrenamtliche Multiplikatoren sowie bei Bedarf durch Honorarkräfte oder geringfügig Beschäftigte. Methodisch und didaktisch arbeiten die Bildungsreferenten eng mit der Hessischen Zentrale für politische Bildung, dem Hessischen Jugendring, Stiftungen, Bildungsakademien und weiteren Partnern zusammen.


