Bildungsreise nach Saarbrücken

Datum: 30.04. - 03.05.2026
Ort: Saarbrücken

Vom 30. April bis 3. Mai 2026 führte unsere Bildungsreise nach Saarbrücken und in die umliegende Großregion. Die Organisation erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Gustav-Stresemann-Institut sowie den IDRH-Referaten Jugend, Bildung und Kultur und Medien-, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das Programm spannte einen Bogen von der Geschichte des Saarlandes im 20. Jahrhundert bis zu aktuellen Fragen europäischer Zusammenarbeit und grenzüberschreitender Mobilität.

Nach der Anreise nach Saarbrücken stiegen wir mit einer Einführung in die Themen der kommenden Tage in das Seminar ein. Thammo Draeseke, Referent der Abteilung Politische Bildung des GSI, stellte das Programm vor und begleitete die Gruppe während der gesamten Bildungsreise.

Der erste inhaltliche Programmpunkt führte am folgenden Tag ins Historische Museum Saar. Die Dauerausstellung „Saargeschichte seit 1870“ zeichnet die wechselvolle Entwicklung der deutsch-französischen Grenzregion vom Deutsch-Französischen Krieg über die Zeit des Völkerbundes und des Nationalsozialismus bis zur Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland nach. In einer Führung wurden die besonderen politischen Rahmenbedingungen der Region, ihre wiederholten Grenzverschiebungen und die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen thematisiert, die das Saarland im 20. Jahrhundert prägten. Ein Teil der Ausstellung befindet sich in den ehemaligen Kellergewölben des Saarbrücker Schlosses, in denen eine original erhaltene Arrestzelle der Gestapo an die Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung erinnert.

Am Nachmittag stand der Besuch der Völklinger Hütte auf dem Programm. Das ehemalige Eisenwerk gilt als weltweit einzig vollständig erhaltenes Hüttenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung und wurde 1994 als erstes Industriedenkmal in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Der Rundgang führte durch die gewaltigen Produktionsanlagen, die über Jahrzehnte das wirtschaftliche Leben der Region bestimmten. Die Geschichte des Saarlandes als Montanregion wurde dabei mit den Arbeits- und Lebenswelten der Beschäftigten und den tiefgreifenden Veränderungen verknüpft, die der Strukturwandel für die Region mit sich brachte. Heute wird die historische Industrieanlage als Denkmal bewahrt und zugleich als Ausstellungs- und Veranstaltungsort für zeitgenössische Kunst genutzt.

Der folgende Seminartag begann im französischen Scy-Chazelles mit dem Besuch des Europäischen Zentrums Robert Schuman. Robert Schuman gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der europäischen Einigung. Mit dem Schuman-Plan vom 9. Mai 1950 legte er einen wichtigen Grundstein für die spätere europäische Zusammenarbeit. Vorgesehen war eine gemeinsame Kontrolle der Kohle- und Stahlproduktion, die nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs einen erneuten Krieg zwischen den europäischen Staaten verhindern sollte. Im Rahmen einer Führung besichtigten wir das ehemalige Wohnhaus Schumans. Die Ausstellung widmet sich seinem bescheidenen Privatleben und seinem politischen Wirken. Daran anschließend nahmen wir an einem Workshop des Europäischen Zentrums teil, in dem demokratische Werte und Menschenrechte behandelt wurden. Ergänzend ging es um die Aufgaben europäischer Institutionen und die Rolle des Europarats im europäischen Kontext.

Die Reise setzte sich anschließend in Schengen fort, jener luxemburgischen Gemeinde im Dreiländereck von Luxemburg, Deutschland und Frankreich, deren Name heute eng mit der europäischen Grenzöffnung verbunden ist. Im Rahmen einer Führung beschäftigten wir uns mit der Geschichte des Schengener Abkommens, das am 14. Juni 1985 von Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden unterzeichnet wurde. Zu den Stationen des Rundgangs gehörten das Schengen-Monument und die Nationensäulen, die an die Unterzeichnerstaaten erinnern. Außerdem besichtigten wir die „Prinzessin Marie-Astrid Europa“, das Schiff, auf dem das Abkommen 1985 auf der Mosel unterzeichnet wurde.

Am letzten Seminartag wurden die Eindrücke der vergangenen Tage gemeinsam reflektiert und zusammengeführt.

Wir bedanken uns herzlich beim Gustav-Stresemann-Institut und insbesondere beim Referenten Thammo Draeseke für die gelungene Planung! Danke an all die informativen Führungen und das freundliche Willkommen in allen Einrichtungen, die wir besuchen durften. Und natürlich wie immer – vielen Dank an alle, die dabei waren!

 

Dies war eine Veranstaltung der Referate Jugend, Bildung und Kultur sowie Medien-, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der IDRH gGmbH. Sie fand statt in Kooperation mit dem Gustav-Stresemann-Institut e.V. und wurde gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.

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