Auf den Spuren der Wolgadeutschen
mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedler und nationale Minderheiten, den Organisationen Riwwel gUG und Stiftung Verbundenheit, der Initiative Warum Nicht Südamerika sowie zahlreichen Akteurinnen und Akteuren der Provinz Entre Ríos
Im 19. Jahrhundert wanderten zahlreiche Wolgadeutsche aus dem Russischen Reich nach Argentinien aus und gründeten insbesondere in der Provinz Entre Ríos neue Siedlungen. Bis heute sind dort kulturelle, religiöse und sprachliche Spuren dieser Geschichte sichtbar.
Eine Delegationsreise im Jahr 2026 brachte Vertreter verschiedener Organisationen und Institutionen aus Deutschland und Argentinien zusammen. Im Mittelpunkt standen die Auseinandersetzung mit der Geschichte wolgadeutscher Auswanderer, Besuche historischer Orte, Gespräche mit lokalen Akteuren sowie der Austausch über Formen der Erinnerungs- und Kulturarbeit.
Diese Begegnungen waren der Anstoß, einen Rahmen für internationale Begegnung und fachlichen Austausch zu schaffen. Zugleich bot die Reise die Möglichkeit, bestehende Kontakte zu vertiefen, neue Kooperationen anzustoßen und Einblicke in die heutige Präsenz wolgadeutscher Gemeinschaften in Argentinien zu gewinnen.
Öffentliche Präsentation
4. Juni 2026, Kreativ-Haus Berlin
„Zwischen Wolga und Paraná – Wolgadeutsche in Argentinien. Geschichte, Begegnungen und Eindrücke einer Reise“

Foto: Riwwel gUG / Dzmitry Held
Am 4. Juni 2026 präsentierten Beteiligte der Delegationsreise nach Argentinien ihre Eindrücke, Erkenntnisse und Projektergebnisse bei der öffentlichen Veranstaltung „Zwischen Wolga und Paraná – Wolgadeutsche in Argentinien. Geschichte, Begegnungen und Eindrücke einer Reise“ im Kreativ-Haus Berlin.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Maßnahme für Spätaussiedler „Gemeinsam unterwegs: Identität. Anerkennung. Begegnung“ statt und wurde durch das Bundesministerium des Innern gefördert.
Presse mitteilung
des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten: „Beauftragter Fabritius im Austausch mit Riwwel gUG“ (08.05.2026)

Foto: BMI
Am 6. Mai 2026 traf sich der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, im Bundesministerium des Innern mit Vertreterinnen und Vertretern der russlanddeutschen Organisation Riwwel gUG.
An dem Gespräch nahmen seitens Riwwel Geschäftsführer Nikita Heidt sowie Alexander Staver, Martin Traverso und Boris Lorer teil. Ebenfalls anwesend war Katharina Haupt, Bildungsreferentin der Interessengemeinschaft der Deutschen aus Russland in Hessen (IDRH).

Kongress über den wolgadeutschen Dialekt
Am 18. März 2026 wurde in Valle María (Provinz Entre Ríos, Argentinien) der internationale Kongress „Die Zukunft der Wolgadeutschen in Argentinien nach der Anerkennung ihrer Dialekte als immaterielles Kulturerbe“ ausgerichtet. Organisiert von der Riwwel gUG, der Initiativgruppe „Warum nicht Südamerika“ und der Gemeinde Valle María, widmete sich die Veranstaltung den kulturpolitischen, historischen und gesellschaftlichen Perspektiven der wolgadeutschen Gemeinschaft in Argentinien. Hintergrund war das Gesetz Nr. 11187, mit dem die in Entre Ríos gesprochenen wolgadeutschen Dialektvarianten im Jahr 2025 als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurden. Das Programm umfasste Fachpanels zu Sprach- und Kulturerhalt, historischen Entwicklungslinien sowie internationalen Austauschstrukturen.

MEDIA-Expo
Am 16. März 2026 fand in der Casa Grande in Paraná (Provinz Entre Ríos, Argentinien) eine Media-Expo als Präsentationsplattform für Projekte zur Geschichte und Kultur der Wolgadeutschen in Argentinien statt. Vorgestellt wurde die zweisprachige Broschüre „Von der Wolga nach Paraná: Geschichte und Zukunft der Wolgadeutschen in Entre Ríos“, die in Kooperation zwischen der IDRH und der Initiative „Warum nicht Südamerika“ auf Grundlage einer privaten Reise durch wolgadeutsche Siedlungsgebiete in Argentinien im Jahr 2025 entstanden ist. Ergänzt wurde das Programm durch die Präsentation der „Brückenbauer Revista“ sowie die Ausstellung „Wolgadeutsches Kulturerbe in Argentinien“ der Stiftung Verbundenheit in Kooperation mit dem Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland.
