Multiplikatorenseminar in Detmold
Vom 6. bis 7. Dezember 2025 fand in Detmold das Multiplikatorenseminar „Menschen und Schicksale in Kriegszeiten“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von unserer Bildungsreferentin Natalie Paschenko. Die Durchführung erfolgte im Museum für Russlanddeutsche Kulturgeschichte, das für die inhaltliche Arbeit den passenden Rahmen bot. Ziel war es, sich dem 80. Jahrestag des Kriegsendes zu nähern, Lebenswege der Russlanddeutschen im Zweiten Weltkrieg sichtbar zu machen und den Blick für Erinnerungskultur sowie demokratische Verantwortung zu schärfen.
Nach der Ankunft in Detmold begann das Programm mit einer Einführung in das Seminar und einer ersten thematischen Annäherung. Den Auftakt bildete eine dialogische Führung durch das Museum, die den Raum für vertiefende Auseinandersetzungen bot. Der Kulturreferent Edwin Warkentin erläuterte die Exponate der Dauerausstellung, die Geschichte der Russlanddeutschen von den Siedlungen im Zarenreich bis in die Gegenwart nachzeichnet. Ergänzt wurde dies durch die Sonderausstellung „Constructing identity“, die gängige Klischees reflektiert und dazu anregt, Selbst- und Fremdbilder kritisch zu betrachten.
Im weiteren Verlauf des Tages begaben wir uns auf eine Themenführung durch Detmold, die historische Orte nationalsozialistischer Gewaltherrschaft in den Blick nahm. Spuren politischer Verfolgung und lokale Erinnerungsorte wurden aufgezeigt und verdeutlichten, wie eng nationale Entwicklungen und regionale Kontexte miteinander verwoben sind.
Am Nachmittag hörten wir den Vortrag des Kulturreferenten Edwin Warkentin, der unter dem Titel „Menschen und Schicksale in Kriegszeiten. Russlanddeutsche Lebensverläufe im Zweiten Weltkrieg“ zentrale Aspekte russlanddeutscher Geschichte beleuchtete. Anhand von Beispielen wie einer Partisanin im besetzten Minsk, einem Fußballtrainer aus Stalingrad, einem gläubigen Russlanddeutschen im Zwiespalt seiner Zeit sowie einem jungen Studenten im Widerstand wurde vermittelt, wie vielfältig die Lebenswege inmitten von Krieg, Ideologien und Zwangslagen waren.
Der anschließende Workshop „Nachkriegsleben und Trauma“ fokussierte auf individuelle Erfahrungen, die durch Flucht, Deportation, Verlust und Neubeginn geprägt waren. Das Gespräch darüber, wie Krieg und Nachkriegszeit biografische Wege formten, schuf einen sensiblen Raum für Austausch und Verständnis.
Am zweiten Tag und zugleich als letzten Programmpunkt hatten wir eine Führung durch das Fürstliche Residenzschloss Detmold. Im Mittelpunkt standen Fragen genealogischer Forschung und die Bedeutung von Familie und Herkunft für die Erinnerungskultur.
Wir bedanken uns herzlichen bei unserem Gastgeber, dem Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte und dem Kulturreferenten Edwin Warkentin für das freundliche Willkommen und den interessanten Input! Danke an unsere Guides durch Detmolds Stadtgeschichte und natürlich ein großer Dank an alle, die dabei waren.















