PRÄSENTATION

„Zwischen Wolga und Paraná – Wolgadeutsche in Argentinien. Geschichte, Begegnungen und Eindrücke einer Reise“ am 6. Juni 2026 in Berlin

Am 4. Juni 2026 präsentierten Beteiligte der Delegationsreise nach Argentinien ihre Eindrücke, Erkenntnisse und Projektergebnisse bei der öffentlichen Veranstaltung „Zwischen Wolga und Paraná – Wolgadeutsche in Argentinien. Geschichte, Begegnungen und Eindrücke einer Reise“ im Kreativ-Haus Berlin. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Maßnahme für Spätaussiedler „Gemeinsam unterwegs: Identität. Anerkennung. Begegnung“ statt und wurde durch das Bundesministerium des Innern gefördert.

Zum Auftakt führte Katharina Haupt, Bildungsreferentin für Medien-, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der IDRH und Teilnehmerin der Delegationsreise, in die Geschichte der Wolgadeutschen in Argentinien ein. Im Mittelpunkt standen die Auswanderung aus dem Russischen Reich, die Ansiedlung in der Provinz Entre Ríos sowie die Entwicklung der dortigen Gemeinden von den ersten Kolonien bis in die Gegenwart.

Anschließend stellten Nikita Heidt (Geschäftsführer von Riwwel gUG) und Martín Traverso (Initiator von Warum Nicht Südamerika) die Idee und Zielsetzung der Delegationsreise vor. Daran anknüpfend gaben die Delegationsteilnehmer Eugen Wagner und Alexander Staver einen Überblick über den Reiseverlauf und die besuchten Stationen in Entre Ríos.

Einen Schwerpunkt des Abends bildete der internationale Kongress „Die Zukunft der Wolgadeutschen in Argentinien nach der Anerkennung ihrer Dialekte als immaterielles Kulturerbe“, der im März 2026 in Valle María stattgefunden hatte. Nikita und Martín berichteten über die Hintergründe der Veranstaltung, die Themen der Fachpanels und zentrale Diskussionen rund um die Zukunft der wolgadeutschen Gemeinschaften in Argentinien.

Einen praxisnahen Einblick in die wolgadeutschen Sprachvarietäten gab Elena Emrikh, Mitarbeiterin bei Riwwel gUG und ebenfalls Delegationsmitglied. Mithilfe von Videoaufnahmen aus Argentinien stellte sie die bis heute erhaltenen Dialekte vor und präsentierte ein Wörterbuch wolgadeutscher Begriffe. Das Publikum wurde dabei aktiv eingebunden und übersetzte eigene Sätze ins Wolgadeutsche, bevor ein sprachbezogenes Rätsel den Programmpunkt abrundete.

Den Abschluss des ersten Veranstaltungsteils bildete ein Mate-Workshop mit Martín. Die Anwesenden erhielten dabei einen Einblick in die Geschichte, Zubereitung und kulturelle Bedeutung des Mate-Tees, der in Argentinien bis heute fest im gesellschaftlichen Alltag verankert ist.

Den zweiten Teil des Abends prägten persönliche Eindrücke und Erfahrungen aus der Delegationsreise. Den Einstieg übernahm Kristina Gaz mit einem Rückblick auf die Deutschkurse, welche sie zwischen Februar und März 2026 in Valle María durchführte. Weiterhin berichteten mehrere Delegationsmitglieder von ihren persönlichen Höhepunkten der Reise und den Begegnungen in den besuchten Gemeinden.

Bevor der Abend ausklang, konnten die Gäste ihr Wissen in einem Quiz zu Geschichte und Gegenwart der Wolgadeutschen in Argentinien unter Beweis stellen. Die drei Erstplatzierten wurden mit kleinen Preisen ausgezeichnet. Anschließend blieb bei einem geselligen Beisammensein Gelegenheit für weitere Gespräche und Begegnungen.