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28. August
Zwischen historischer Einordnung, persönlichen Erinnerungen und Gedenkkultur zum Tag der Russlanddeutschen
„Vor dem Hintergrund wachsender internationaler Spannungen stellte die sowjetische Führung Menschen deutscher Herkunft zunehmend als mögliche Spione, Saboteure oder Mitglieder angeblicher „faschistischer“ Organisationen dar.„

Der 28. August 1941 steht für eine der tiefsten Zäsuren in der Geschichte der Russlanddeutschen. An diesem Tag verfügte die sowjetische Führung die Deportation der Deutschen aus den Wolgagebieten.
Doch die Verfolgung hatte lange zuvor begonnen. Zwangskollektivierung, Enteignungen, Verhaftungen und die sogenannte „Deutsche Operation“ prägten bereits die 1930er Jahre. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion wurde die deutsche Herkunft endgültig zum kollektiven Verdachtsmoment.
In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die Entwicklungen, die zum Erlass vom 28. August führten, und auf seine unmittelbaren Folgen: Deportation, Zwangsarbeit und das Ende der Wolgarepublik.
Das Bild zeigt die Erntezeit in einer Kolchose im Gebiet Karaganda während der Kriegsjahre. Foto: privat.

Hinter den Erlassen, Zahlen und Daten des 28. August stehen Schicksale und einzelne Menschen. Einer von ihnen ist Erwin Vetter, geboren 1931 im Donbass in der heutigen Ostukraine.
Bereits seine Kindheit war von schweren Verlusten und staatlicher Verfolgung geprägt. Deportation, Verbannung und weitreichende Einschränkungen bestimmten seine Jugend und sein frühes Erwachsenenleben. Seine Erinnerungen erzählen zugleich vom Rückhalt seiner Familie, seinem Streben nach Bildung und einem neuen Zuhause in Deutschland.
In diesem Beitrag geben wir Erwin Vetter selbst das Wort. Seine Geschichte zeigt, wie staatliche Verfolgung in das Leben einer Familie eingriff und welche Bedeutung Zusammenhalt, Bildung und gesellschaftliches Engagement für seinen weiteren Weg hatten.
Erwin Vetter in seiner frühen Kindheit. Foto: privat.

