Zeitzeugengespräch mit Erwin Vetter
Am 14. Dezember 2025 fand im Bildungs- und Kulturzentrum der DJR in Frankfurt am Main ein Zeitzeugengespräch mit Erwin Vetter statt, geboren 1931 als Russlanddeutscher in der heutigen Ostukraine.
In seinem Bericht schilderte Erwin Vetter seine Kindheit und Jugend unter den Bedingungen der stalinistischen Repressionen. Dazu gehörten die Säuberungswellen, denen sein Vater zum Opfer fiel, die Deportation der Familie nach Kasachstan in Viehwaggons sowie die Einberufung seiner Mutter in die Trudarmee. Er sprach über Hunger, Leben unter Kommandanturauflagen und über die systematische Diskriminierung deutschstämmiger Menschen in der Sowjetunion.
Trotz dieser Erfahrungen gelang es Erwin Vetter, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Er wurde Professor für Mathematik an einer kasachischen Universität und wirkte dort viele Jahre als Dekan. Sein Lebensweg zeigt einen biografischen Verlauf, der von Anpassung, Ausdauer und beruflicher Kontinuität unter schwierigen politischen Rahmenbedingungen geprägt war.
Das Gespräch wurde von IDRH-Geschäftsführerin Albina Nazarenus-Vetter moderiert und vom russlanddeutschen Autor und Künstler Viktor Hergenreder musikalisch begleitet.
Die Veranstaltung wurde als Kooperation zwischen der DJR – Hessen e.V. und der IDRH gGmbH durchgeführt. Die Organisation lag bei Natalia Wagner, Leiterin des BiKuZ und IDRH-Bildungsreferentin für Beratung, Begleitung und Integration. Wir bedanken uns herzlich bei Erwin Vetter für die Offenheit und Bereitschaft, seine Biografie mit uns zu teilen. Danke an alle, die an der Organisation beteiligt waren sowie an das interessierte Publikum!





