Bildungsreise nach Görlitz

Datum: 08. - 12.05.2024
Ort: Görlitz

200 Jahre Strukturwandel? Die bewegte Geschichte der Oberlausitz im Zentrum der Europäischen Union

Görlitz, als eine der ältesten Städte Deutschlands, besitzt eine faszinierende Geschichte und ist durch ihre besondere Lage an der deutsch-polnischen Grenze ein Symbol für die europäische Verbindung. Gemeinsam entdecken wir die historischen, kulturellen und europäischen Aspekte von Görlitz. Einen besonderen Fokus legen wir auf die Zeit der NS-Diktatur und beschäftigen uns im Zuge dessen mit den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs für die Menschen in der Region und über ihre Grenzen hinaus.

Für eine verbindliche Anmeldung kontaktieren Sie unsere Ansprechpartnerin Katharina Haupt: k.haupt@idrh-hessen.de. Sie steht Ihnen ebenfalls für Fragen und Anmerkungen zur Verfügung.

  • Es wird ein Teilnahmebeitrag in Höhe von 40,00 € p.P. erhoben. Dieser schließt Programmkosten, Unterkunft, Verpflegung und Fahrtkosten für die Exkursionen vor Ort mit ein. Die Unterbringung erfolgt in Doppelzimmern.

  • Bitte beachten: Die Anreise muss eigenständig organisiert werden. Es werden bis zu 100,00 € p.P. an Fahrtkosten erstattet (sowohl für PKW als auch Zugverbindungen).

So war unsere Veranstaltung

Unsere Bildungsreise nach Görlitz, die vom 8. bis 12. Mai 2024 stattfand, war eine eindrucksvolle und lehrreiche Erfahrung, die uns tiefere Einblicke in die deutsch-deutsche sowie deutsch-polnische Geschichte ermöglichte. Das Programm bot eine ausgewogene Mischung aus theoretischen Vorträgen, geführten Rundgängen und interaktiven Aktivitäten, die das Verständnis für die historischen und kulturellen Entwicklungen in der Region Schlesien erweiterten.

Am ersten Tag wurden wir herzlich von Thammo Draeseke, einem Referenten des Gustav-Stresemann-Instituts e.V., und Amelie Pross, Bufdi des Instituts, begrüßt. Nach der Vorstellung des Programms und einem Austausch über unsere Erwartungen, bezogen wir unsere Zimmer und machten uns auf den Weg in die Innenstadt. Hier begann unser erster thematischer Rundgang, bei dem uns die historische Entwicklung von Görlitz und Zgorzelec vom Mittelalter bis zur Gegenwart nähergebracht wurde. Besonders faszinierend war die Erläuterung der Rolle Schlesiens in Europa über die Jahrhunderte hinweg.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der kulturellen Einflüsse und der Rolle Schlesiens als Brückenlandschaft. Wir besuchten das Schlesische Museum in Görlitz, wo wir eine kommentierte Führung durch die Dauerausstellung erhielten. Der Ausstellungsteil „Schlesien seit 1945“ erzählte über die Nachkriegsgeschichte und die damit verbundenen Herausforderungen. In einer anschließenden Stadtrallye erkundeten wir in Kleingruppen das deutschen Görlitz und das polnischen Zgorzelec anhand von vorbereiteten Aufgaben- und Fragestellungen zu relevanten historischen Schauplätzen und anderen Anlaufpunkten.

Der dritte Tag war einem dunklen Kapitel der Geschichte Görlitz‘ gewidmet – der Zeit des Nationalsozialismus. In der Gedenkstätte STALAG VIII A befassten wir uns intensiv mit den Themen Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg und dem Lagersystem des Regimes. Durch eine kommentierte Führung und die Auseinandersetzung mit authentischem Anschauungsmaterial wurden uns die Schrecken des Krieges und die Lebensbedingungen der Kriegsgefangenen eindrücklich vor Augen geführt. Die Biographien einzelner Kriegsgefangener, die wir anhand verschiedener Quellen studierten, gaben der Geschichte ein persönliches Gesicht und regten zu weiteren Diskussionen an.

Am vierten Tag lag der Fokus auf der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung von Görlitz. Im Kulturhistorischen Museum lernten wir die bewegte Geschichte der Stadt von der Industrialisierung bis 1990 kennen. Die Führung durch die Ausstellung „Industrialisierung bis 1990“ verdeutlichte die wirtschaftlichen Blütezeiten sowie die dunklen Kapitel der Geschichte. Anschließend beschäftigten wir uns auf einer Exkursion nach Zittau mit der Zeit nach der Deutschen Einheit und den strukturellen Herausforderungen, denen die Region im Dreiländereck Tschechien, Polen und Deutschland gegenübersteht. Ein Gespräch mit Felix Pankonin von der Hillerschen Villa gGmbH rundete diesen thematischen Schwerpunkt ab.

Wir bedanken uns herzlich bei Thammo und Amelie für die großartige Organisation! Die Bildungsreise nach Görlitz war eine wertvolle Erfahrung. Durch die vielfältigen Programmpunkte konnten wir umfassende Einblicke in die wechselvolle Geschichte und die aktuellen Herausforderungen der Region gewinnen.

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