Russlanddeutsche Community im Schatten des Russland-Ukraine-Krieges
Der Angriffskrieg Russlands hat nicht nur verheerende Auswirkungen auf die Ukraine und die Schicksale der dort lebenden Menschen, sondern hat auch viele „Nebenwirkungen“, die unter anderem die russlanddeutsche Community und unsere Gesamtgesellschaft in Deutschland zu spüren bekommen. Darüber möchten wir am 20. Juni um 18.30 Uhr im Haus am Dom in Frankfurt mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Politik, Medien und bürgerliches Engagement ins Gespräch kommen.
Im Mittelpunkt der Diskussion stehen unter anderem folgende Themen: Außenpolitik Russlands und die innenpolitischen Entwicklungen des Landes in den letzten zwei Jahrzehnten; der Umgang mit dem Russland-Ukraine-Krieg innerhalb der russlanddeutschen Community in Deutschland; der Einfluss der russländischen Staatspropaganda – Ziele, Auswirkungen, Hintergründe und mögliche Lösungsansätze dazu.
Auf dem Podium
Albina Nazarenus-Vetter ist hauptberufliche Leiterin und Geschäftsführerin der Interessengemeinschaft der Deutschen aus Russland in Hessen (IDRH gGmbH). Sie studierte Germanistik und Slavistik an der Humboldt Universität Berlin. Als Mitgründerin der Deutschen Jugend aus Russland e.V. und stellv. Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland vertritt sie seit vielen Jahren die Interessen der russlanddeutschen Spätaussiedler in zahlreichen Gremien, bei Fachtagungen und in der Politik. Zudem ist sie stellv. Bundes- und Landesvorsitzende der Union der Vertriebenen (UdV/OmV).
Dr. Felix Riefer ist ein Bonner Politikwissenschaftler. Er studierte Politikwissenschaften, Regionalstudien Ost- und Mitteleuropas und Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln und an der Sciences Po – Paris School of International Affairs (PSIA). Schwerpunkte seiner Arbeit sind Russland, der postsowjetische Raum und die Forschung zu russlanddeutschen (Spät)-Aussiedlern. Dr. Riefer ist Beiratsmitglied des Lew Kopelew Forum e. V. und arbeitet am Institut für Migrations- und Aussiedlerfragen Heimvolkshochschule St. Hedwigs-Haus e.V.
Natalia Wenzel-Warkentin studierte Germanistik, Linguistik und Philosophie in Frankfurt und Mainz und sammelte erste journalistische und publizistische Erfahrungen als freie Autorin im Lokalen, im Hörfunk (u. a. bei FFH) und beim Frankfurter Presseclub. Von 2016 bis 2019 war sie studentische Aushilfe bei FAZ.NET mit Stationen im „Leben“ der Sonntagszeitung und im Ressort „Deutschland und die Welt“. Seit 2021 ist Natalia Wenzel-Warkentin Redakteurin vom Dienst bei FAZ.NET.
Moderation: Katharina Martin-Virolainen ist Bildungsreferentin für die Bereiche Jugend, Bildung und Kultur bei der IDRH gGmbH. Seit vielen Jahren ist sie als freie Journalistin und Projektleiterin in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit, Tanz und Theater, sowie Kultur, Geschichte und Literatur der Deutschen aus Russland tätig.
So war unsere Veranstaltung
Über den Dächern der Stadt, im Panoramasaal der Evangelischen Akademie Frankfurt, verbrachten wir einen anregenden, interessanten Abend. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden und insbesondere bei den Podiumsgästen: Albina Nazarenus-Vetter, Dr. Felix Riefer und Natalia Wenzel-Warketin. Aus ihren jeweiligen Perspektiven trugen sie wertvolle Gedanken zum Thema bei, betrachteten kritisch die momentane Darstellung der Russlanddeutschen und hoben aber auch positive Entwicklungen der letzten Jahre hervor.
Wir sprachen u.a. über den Einfluss der russländischen Propaganda, die Darstellung der Russlanddeutschen in den Medien, ihre Wahrnehmung in der Gesamtgesellschaft und die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges auf das Ehrenamt und die Vereinsarbeit. Letztendlich schlossen wir mit den „Aufgaben“, die auf uns als Community zukommen, um das Wissen über Russlanddeutsche in der Mehrheitsgesellschaft zu verankern. „Wir müssen anfangen, die Gesellschaft durch politische Teilhabe mitzugestalten“, so Nazarenus-Vetter über einen möglichen Weg. Wenzel-Warkentin zeigte sich optimistisch: Die sich verdichtende Vernetzung führe dazu, dass sich Stimmen gegen einseitige Berichterstattung erheben und ein Korrektiv bilde. Dr. Riefer ergänzte, dass sich die Migrationstrends im Wandel befänden – galt früher das „Unsichtbar werden“ als Ziel, werden heute die Individualität und Alleinstellungsmerkmal in den Vordergrund gestellt.
Die Moderatorin des Abends und IDRH-Bildungsreferentin Katharina Martin-Virolainen beschreibt in ihren „persönlichen 5-Cent“ sehr treffend die Stimmung und das, was wir aus dieser Veranstaltung mitgenommen haben:
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